Sturm im Burgenland: Was ist Sturm und was passt dazu?
Wenn im Burgenland die ersten Trauben gelesen werden, beginnt für viele eine der schönsten Zeiten im Weinjahr: die Sturmzeit. Der junge, noch gärende Traubenmost ist süß, fruchtig und leicht prickelnd und gehört für viele genauso zum Herbst wie Buschenschank, Brettljause und Maroni.
Aber was genau ist Sturm eigentlich? Wie entsteht er und welche Speisen passen am besten dazu?
Was ist Sturm?
Sturm ist teilweise vergorener Traubenmost, der sich gerade auf dem Weg vom Traubensaft zum Wein befindet. Nach der Weinlese werden die Trauben gepresst und der daraus gewonnene Most beginnt zu gären.
Dabei verwandelt die Hefe den Zucker im Traubenmost in Alkohol und Kohlensäure. Genau deshalb schmeckt Sturm anders als fertiger Wein. Er ist meist fruchtig, süßlich und leicht spritzig, gleichzeitig entwickelt sich sein Alkoholgehalt während der Gärung laufend weiter.
Auch optisch unterscheidet sich Sturm deutlich von Wein. Er ist häufig trüb, weil noch Hefen und andere natürliche Bestandteile enthalten sind.
Warum ist Sturm nur für kurze Zeit erhältlich?
Sturm ist ein echtes Saisonprodukt. Da er sich während der Gärung ständig verändert, kann man ihn nicht einfach monatelang lagern und anschließend unverändert ausschenken.
Je nachdem, wie weit die Gärung bereits fortgeschritten ist, verändert sich auch sein Geschmack. Zu Beginn kann er noch deutlich süßer sein, mit zunehmender Gärung wird er trockener und alkoholreicher.
Deshalb gibt es Sturm auch nur für einen begrenzten Zeitraum im Jahr. Meist von Ende August bis in den November hinein, solange die Gärung und der Vorrat es zulassen.
Woher kommt der Name?
Der Name „Sturm“ kommt sehr wahrscheinlich daher, dass der junge Wein während der Gärung „stürmisch“ arbeitet. Je nach Bundesland und Region wird das Getränk auch anders genannt. In Deutschland kennt man ihn eher als „Federweißer“, in der Steiermark manchmal als „Sauser“.
Was passt zu Sturm?
Sturm ist nicht nur ein Getränk, sondern gehört für uns ganz klar zum herbstlichen Genuss. Besonders gut harmoniert er mit würzigen, herzhaften und traditionellen Speisen. Hier ein paar Beispiele:
Brettljause
Eine klassische Brettljause mit Speck, Schinken, Käse, Aufstrichen und Brot passt hervorragend zu einem Glas Sturm. Die fruchtige Süße und die leichte Spritzigkeit bilden einen schönen Kontrast zu den herzhaften und salzigen Komponenten.
Maroni
Sturm und Maroni sind ein echtes Herbst-Duo. Die leicht süßlichen, nussigen Maroni ergänzen die Fruchtigkeit des jungen Weins besonders schön.
Kürbisgerichte
Auch Kürbis passt wunderbar in die Sturmzeit. Ob Kürbissuppe, gerösteter Kürbis oder andere herbstliche Kürbisgerichte. Die natürliche Süße des Kürbisses harmoniert gut mit der Fruchtigkeit des Sturms.
Käse & Aufstriche
Milde bis würzige Käsesorten und Aufstriche sind ebenfalls eine gute Wahl. Dazu ein Stück frisches Brot und ein Glas Sturm.
Sturmzeit ist Buschenschankzeit
Für uns gehört Sturm untrennbar zur Buschenschankkultur im Burgenland. Wenn draußen die ersten Blätter ihre Farbe verändern und die Tage langsam kürzer werden, wird es Zeit für gemütliche Stunden bei einem Glas Sturm und einer herzhaften Jause.
Und genau deshalb laden wir euch auch heuer wieder zu unserem Sturmheurigen am Csaterberg, der von 2. bis 6. September 2026 stattfindet, ein.
Wir freuen uns auf euch!